Ein Blick auf Sopranistin Diana Schnürpel

Von klein auf war Musik ein großer Bestandteil von Diana Schnürpels Leben. Ihr Weg führte sie bis nach Luzern auf die Bühne des Luzerner Theaters. Doch ihr Heimathafen ist die Thüringer Kulturperle Weimar, wo sie auch schon auf der Bühne des Deutschen Nationaltheaters stand. Diana Schnürpel ist ein großes Vorbild für junge Künstler und ein exemplarisches Beispiel dafür, wie man mit Disziplin, Willenskraft und Leidenschaft seine Träume verwirklichen kann. 

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Meine Familie, mein Ruhepol …

Diana wurde in der russischen Großstadt Lipezk geboren und schon damals beherrschte Musik ihren Alltag. Von ihrer Großmutter, einer Pianistin, lernte sie das Klavierspiel, ihr Großvater war Opernsänger und lehrte sie singen.

Neben der normalen Schule besuchte sie auch eine Schule für musikbegabte Kinder und im Anschluss ein Musikcollege. Dort bestand Diana ihre künstlerische Reifeprüfung im Klavierspiel „summa cum laude“. Somit war der Weg für die Hochschule geebnet. Diana bewarb sich an der Musikhochschule in Moskau und wurde angenommen. Die Zeit an der Hochschule veränderte ihr Leben, sie lernte ihren ersten Mann kennen und bekam einen Sohn. Nach ihrem Bachelor zog die kleine Familie nach Deutschland, genauer gesagt nach Leipzig und Diana erhielt einen neuen Studienplatz an der Hochschule für Musik. Ihre Ehe verkraftete den Spagat zwischen Studium und Familie nicht und das junge Paar trennte sich. Eine schwere und intensive Zeit brach für die junge Mutter an. Doch kurz vor ihrem Diplom kam die Wende. Sie lernte ihren zweiten Ehemann Olaf Schnürpel kennen. Gemeinsam mit ihren mittlerweile zwei Söhnen wurden die vier eine kleine Familie. Die erste Zeit führten sie eine Fernbeziehung und lernten damit umzugehen, öfter auf längere Zeit voneinander getrennt zu leben. Dianas Ehe war und ist noch heute ihr Ruhepol.

Mit meinem Mann kam auch sehr viel Ruhe in mein Leben und auch die Kraft für das Singen. Er begleitet mich zu Wettbewerben und zum Vorsingen, das kannte ich vorher nicht. Hierzu muss man wissen, dass man für jede Partie, die man singt, aber auch jeden Vertrag, vorher vorsingen muss. Es entsteht eine große Reisetätigkeit und oft haben wir, wie jetzt auch, einen zweiten Wohnsitz gehabt. In Luzern bekam ich einen Vertrag für zwei Jahre, der sich dann auch verlängern kann. Allerdings ist ein Zeitraum von zwei Jahren für eine Opernsängerin eine Unendlichkeit. Vor Luzern arbeitete ich schon eine längere Zeit in Österreich. Neben Klagenfurt war ich in Graz und Salzburg. Unsere Söhne lernen hierdurch auch viele Städte kennen, was ich bei all der Anstrengung sehr schön finde.“ – Diana Schnürpel

Natürlich hat alles auf der Welt auch seine Schattenseiten und Diana plagten häufig Zweifel, ob sie gut genug wäre und regelmäßig Arbeit finden würde. Sie hat sich jedoch nie lange von diesen Schattenseiten beirren lassen, nichts konnte den positiven Einfluss von Musik auf sie erschüttern.

Musik bewegt jeden Menschen

Für Kultur wird viel zu wenig Geld ausgegeben, solche Aspekte haben natürlich auch gewisse Existenzängste in Diana hervorgerufen, doch weiß sie ganz genau, weshalb sie tut, was sie tut.

„Musik erzeugt immer große Emotionen. Schon beim Zuhören. Mit meinem Gesang schaffe ich es Menschen emotional zu bewegen. Das ist etwas Großartiges und ich bekomme auch viel zurück. Häufig berühren mich Kinder, die in einer Vorstellung waren. In einer Inszenierung der Zauberflöte konnte ich als Königin der Nacht Blitze und Donner aus meinen Händen „zaubern“. Die Kinder nahmen es als eine Wirklichkeit wahr. Hinterher bestand mir gegenüber ein großer Respekt, aber auch Bewunderung. Hieran sieht man die Tiefe, die man durch Gesang und Gestik erreichen kann. In einer Vorstellung, die auch mein Mann besuchte, entdeckte er ein Mädchen im Rollstuhl, das körperlich schwer behindert war, aber sich sehr auf die Zauberflöte freute. Wir Sänger haben dann alle ein Programmheft unterschrieben, auch der Dirigent. Die Freude bei dem Mädchen war unvorstellbar. Ich hoffe, dass die Leser diese großen Momente auch erkennen und etwas nachvollziehen können. Wer einmal solche Momente erlebt hat, weiß genau warum er singt.“ – Diana Schnürpel

Mit Disziplin und Leidenschaft kann man alles erreichen

Hört man Diana singen, raubt es einem den Atem. Ausnahmslos. Dafür arbeitet Diana hart. Tägliches Üben und Feilen an ihrer Stimme ist für sie unumgänglich. Operngesang kostet sehr viel Kraft, den eine Opernsängerin singt mit bloßer Stimme gegen ein Orchester an. Training ist ein Muss, wie im Leistungssport.

„Man muss für die Oper brennen, um eine gute Sängerin zu werden und vor allem auch zu bleiben. Das Bleiben ist noch schwerer, als das Werden. Ich kenne viele Kollegen, die die permanente Arbeit an der Stimme vernachlässigen und vergessen, dass der Klang nicht nur von der Natur gegeben ist. Ich wende viel Zeit für die Arbeit an meiner Stimme auf und besuche immer noch Gesangslehrer. Dazu lasse ich meine Stimme von einer hervorragenden Logopädin, die selbst Operngesang studiert hat, meine Stimme regelmäßig kontrollieren. Wer dies vergisst, wird nicht lange singen können. 

Und wenn man dieses Leben so annimmt, wird man auf der Bühne immer alles geben. Dann erreicht man auch das Publikum und kann Emotionen transportieren. Es freut mich immer sehr, wenn man mir sagt, dass man beim Zuhören eine Gänsehaut hatte oder zu Tränen gerührt war. Gerade bei Kindern sehe ich, ob ich sie mit meinem Gesang begeistern konnte. Kinder sind so wunderbar ehrlich.“ – Diana Schnürpel

Die Stadt von Goethe und Schiller – Diana Schnürpels Heimat

Der gesamte Alltag von Diana und ihrer Familie richtet sich nach dem Probenplan. Und da ist sie froh, wenn sie einmal zu Hause ist. In Weimar. Dort kann sie sich erholen und Zeit mit ihrer Familie verbringen. Ist sie nicht daheim, verbringt sie ihre Zeit in der Regel damit sich auf ihre Rollen vorzubereiten und natürlich auch das Klavierspiel weiterhin zu üben. Wie man unschwer erkennen kann, ist der Alltag einer Opernsängerin kein Zuckerschlecken. Ohne Disziplin, Wille und Hingabe ist es kaum möglich, diesen Beruf auszuüben und vor allen Dingen – zu leben.

Ich schlüpfe gerne in jede Rolle

Für Diana gibt es keine Lieblingsrollen, sie findet ihren Beruf so spannend, dass sie einfach in jede Rolle gerne hineinschlüpft.

„Eigentlich schlüpfe ich gerne in jede Rolle, die ich bekomme. Aufgrund meines Stimmfaches sind es so oder so besondere Rollen. Zunächst sang ich immer die Partie der Königin der Nacht aus Mozarts Zauberflöte. Ich musste jedoch aufpassen, dass man mich nicht hierauf reduzierte. Die Venus und Gepopo aus Ligetis „Le Grand Macabre“ haben mir auch sehr viel Freude bereitet, da sie nicht nur musikalisch, sondern auch schauspielerisch sehr anspruchsvoll sind. […] Eine weitere Rolle, auf die ich mich freue, ist die Partie der Maria Stuarda aus der gleichnamigen Oper von Donizetti. Es ist eine Oper, die selten gespielt wird, aber für eine Sopranistin geschrieben ist, eben Maria Stuarda. Der Hintergrund ergibt sich aus der englischen Geschichte, da muss ich bestimmt nicht viel erklären, aber musikalisch ist es eine sehr große Herausforderung, die ich gerne meistern möchte.“ – Diana Schnürpel

Außerhalb der Oper arbeitet Diana auch an anderen Projekten, wie einem Cross-Over-Projekt, dass sie mit ihrem Cousin aus Moskau umsetzt. Er ist Pianist und sie haben gemeinsam schon „Das Lied“ von Rainer Maria Rilke vertont. Dieses Projekt wird nach der Fertigstellung auf YouTube zu sehen sein.

Jede Menge Freude macht ihr auch das kleine Programm in dem sie Lieder aus den 30er bis 50er Jahren singt und zwischendurch mit Arien ergänzt.

„Dieses Programm wird gut angenommen und bietet die ganze Bandbreite meiner Musikalität. Öfters begleite ich mich dabei auch selbst am Flügel, was für das Publikum sehr schön ist. Es sind zwar keine Rollen, aber lohnende Projekte.“ – Diana Schnürpel

 

Diese Diashow benötigt JavaScript.

 

Natürlich ist die Oper auch etwas für junge Leute

Diana weiß, dass die Oper nicht die einfachste Kost ist und oftmals wenig Gefallen bei der jüngeren Generation findet. Aber sie ist überzeugt – es gibt Stücke, die mit Sicherheit Jung und Alt faszinieren können.

Und plötzlich erstrahlt die Oper in einem gänzlich neuen Licht…

„Ich glaube, dass es nicht auf die Oper selbst ankommt, wobei es viele gibt, die für mich natürlich etwas Besonderes sind. Es kommt vielmehr darauf an, wie die Oper inszeniert wird. Ich habe mehrfach in der Zauberflöte von Mozart die Partie der Königin der Nacht singen dürfen. Die einzelnen Inszenierungen waren sehr unterschiedlich, wobei einige davon sehr ansprechend waren.  Aus der Inszenierung heraus zeigt sich dann deutlich, ob ein junges Publikum erreicht wurde oder nicht. Natürlich kommt es auch auf die Qualität der Sänger und des Orchesters an.

Gerade habe ich die Premiere der Anti-Oper von György Ligeti „Le Grand Macabre“ hinter mir und war selbst sehr gespannt, wie diese Oper angenommen wird. Es gibt neue Musik, die an sich nicht einfach ist. Musikalisch nimmt Ligeti viele Stilanleihen auf. Aber hierauf kommt es nicht an. Herbert Fritsch hat das Stück inszeniert. In der Kulturszene ist er sehr bekannt. Es war ein wirklich schönes Arbeiten mit ihm. Durch seine Beobachtungsgabe schafft er es dem Publikum viel zu geben. Diese Oper handelt vom nahenden Weltuntergang, der jedoch mehr satirisch und ironisch dargestellt wird. Besonders Hubert Wild als Fürst Go-Go ist sehenswert. Seine Mimik – unvorstellbar. Aber auch die Kostüme und das Bühnenbild sind sehr bunt. Meine Rollen als Venus und Gepopo sind auch sehr speziell. Ich glaubte am Anfang, dass diese Oper vor Allem junge Menschen ansprechen wird, was auch nicht verkehrt war, aber das ältere Publikum war ebenfalls begeistert. Hier zeigt sich deutlich, dass man auch heute noch  viele Menschen mit der Oper erreichen kann. Der Dank für mich als Sängerin ist der große Applaus und mit Glück auch eine gute Presse.“ – Diana Schnürpel

Diana Schnürpel – eine talentierte und hoch disziplinierte junge Frau, die ihre Ziele eisern verfolgt –  mit Herz und Verstand.

„Wer aufhört, besser sein zu wollen, hat aufgehört gut zu sein.“ – Diana Schnürpels Lebensmotto

www.dianaschnuerpelsopran.com/

FOTOS: Ingo Höhn

Advertisements

Ein Kommentar zu “Ein Blick auf Sopranistin Diana Schnürpel

  1. Pingback: Diana Schnürpel – Ein Künstlerportrait auf culturahamburg.com – Valerie Brandt – Autorin

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s