Riemers CulTour #18: Glück folgt der Entschiedenheit …

Ich werde immer wieder gefragt, warum es bei mir mit meinen Aktivitäten nun so richtig schön fließt. Meistens antworte ich mit Aristoteles und seinem Gedanken „Glück folgt der Entschiedenheit“.

Besonders bei meinen KünstlerkollegInnen beobachte ich eine gewisse Haltung, dass sich alles schon irgendwie entwickelt. Das ist eine Kategorie. Die andere sind die verbissenen Überinnen und Über.

Das alles bedeutet jedoch nicht, dass Glück der Entschiedenheit folgt. Weder nur Sein, noch nur Tun (oder mehrheitlich das eine und das andere) bedeutet dieser Gedanke.

Was heißt Glück in diesem Zusammenhang? Aus meiner Sicht heißt Glück hier, dass sich Dinge nach entsprechender Vorbereitung fügen und in eine Linie fallen, harmonisch und zwingend zugleich, wie der Dirigent Franz Welser-Möst einmal in einem Gespräch mit mir meinte.

Jemand ist entschieden, wenn er/sie klar ist und weiß, was er/sie will und was auch im Moment möglich ist – und so dem Leben Raum und Zeit lässt, darauf zu antworten. Auf dieser Basis wird eine Entscheidung für etwas getroffen. Das mag theoretisch klingen. Gerade bei alltäglich erscheinenden Dingen lohnt jedoch der genaue Blick. Also Entschiedenheit, mmh, gut. … so höre ich manche meiner KollegInnen murmeln. Hätte, wäre, eventuell, möglicherweise, vielleicht, irgendwann, wir bleiben in Kontakt. Genau das hat nichts, rein gar nichts mit Entschiedenheit zu tun. Daher verläuft sich auch so vieles im berühmten Sand – und die Enttäuschung ist garantiert.

Freiheit braucht auch Klarheit, Struktur und Eigenverantwortung – auch und ganz besonders bei KünstlerInnen. Ich bin gerne bereit, etwas entwickeln zu lassen. Ich bin jedoch – aus meiner Zeit als Wissenschafterin – ein ganz großer Fan von Exposés für meine Projekte, von klar strukturierten Gedanken und von verbindlichen Vereinbarungen mit einer klaren Aufgabenzuteilung. Immerhin braucht es dafür ein Budget und meine GeldgeberInnen kaufen noch immer ungern die Katze im Sack. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Zeit und Ideen für diesen Schritt sehr gut investiert sind. Auch daran muss man als KünstlerIn denken – frühzeitig.

Es ist also nicht das langläufige Glück, das gefragt ist. Man lese den Satz von Aristoteles genau … die Entschiedenheit, sprich auch die Klarheit, die Eindeutigkeit, die Berechenbarkeit, die Einzigartigkeit und die Zuverlässigkeit sind die Grundlage für Glück, also dass ein Mäzen und Sponsor Feuer für eine Idee fängt und ein Veranstalter einen unbedingt, nahezu koste es was es wolle, haben will.

Ich kann von unzähligen Projekten berichten, die in meinem künstlerischen Bereich gerade deshalb angenommen und gefördert wurden, weil die Idee konzeptiv entwickelt war und nachvollziehbar war und die Vereinbarung dafür klar war. Manche waren umfangreiche, manche waren klein. Die Größe und der Umfang waren nicht entscheidend. Entscheidend war meine Entschiedenheit, die aus einer großen inneren und konzeptiven Klarheit resultierte. Die Entschiedenheit in ihrer Vielgestaltigkeit war und ist meine Erfolgsgrundlage, mein sogenanntes Glück.

Was ich hier für das Künstlerische umschreibe, gilt natürlich auch für das persönliche Leben. Das lässt sich oft ja gar nicht trennen. So ist der Gedanke des großen Denkers Aristoteles aktueller denn je, in einer Zeit des Umbruchs, des Nichts ist mehr sicher.

Glück folgt der Entschiedenheit …

Bleiben Sie mir gewogen. Ihre Andrea Riemer.

Zu Andrea Riemer: https://www.andrea-riemer.de/

Das neue Buch „Botschaften vom Leben“ – mehr mit Leseprobe und Bestellungmöglichkeiten unter https://www.andrea-riemer.de/das-neue-buch-botschaften-vom-leben/

SOULFOOD – Die Radiosendung – jede Woche Mittwoch von 21.00 bis 22.00 Uhr und Freitag von 06.00 bis 07.00 Uhr als Wiederholung http://www.radioplanet-berlin.de/ 

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