Riemers CulTour #29: Gedanken zu RebellInnen und HeldInnen

Als Pionierin bin ich RebellInnen und HeldInnen seit vielen Jahren sehr zugeneigt. Was machte die Gesellschaft ohne diesen Menschen? Wie käme Veränderung zustande, nach der sich viele sehnen und gleichzeitig so viel Angst davor haben? Sie werden bewundert und gleichzeitig hat man auch eine gewisse Angst vor diesen Menschen. … Müsste ich sie beschreiben …

Unangepasst, unwillkommen, nicht ernst genommen, leise und laut zu gleich, weil Stimmen unterschiedliche Dimensionen annehmen können, anders, neugierig, Pionierin, Vorreiterin, mutig, uneinnehmbar und unvereinnahmbar, grenzüberschreitend, alleine und allein gelassen, beneidet, vernadert, gescholten, bewundert, enthusiastisch, wagend, scheiternd, fallend und das eine Mal öfter aufstehend als die Meute, die sie jagt, wagen, wo keiner es wagt, nein zu sagen, wo keiner nein sagt, zweifeln wo alle anderen gläubig mit den Lemmingen nachlaufen, alleine dastehen, wo alle anderen gefällig mittun, loben wo andere Bedenkenträger sind, schenken und geben, wo der Rest wartet und geizt, anfangen wo alle andere stehen und warten, was geschieht, ja sagen, wo der Rest nur schweigen übrig hat, staunen wo alle anderen nur achtlos vorbeilaufen, aufstehen wo die Mehrheit sitzenbleibt und schweigt, riskieren wo man feig sich zurücknimmt, das Wort erheben wo alle sich Ducken, Fehler machen und dazu. Aufbrechen und die Welt verändern, jetzt, gleich, Ich weiß was ich will, jetzt, gleich, weg aus dem Zirkus und der Übertreibung, weg aus der Verzerrung, hin in die Stille, die Ruhe, den Frieden, in die Seele … Dort finden sich die wahren HeldInnen.

Sie gelten dann oft als Idealtypus, als Projektionsfläche für das eigene Vorgehen, wenn wir nach Vorbildern in unserer beliebig gewordenen Zeit suchen. Sie sichern uns, die wir Anerkennungsjunkies sind, scheinbar das, wonach wir suchen – Liebe, Ruhm, die unbekannte und doch ersehnte Unsterblichkeit. Dabei ist den meisten gar nicht klar, wie sich die eigene Unsterblichkeit definiert. Helden sind oft so ganz anders als wir glauben. Sie sind still, unerkannt, unbekannt, verdeckt lebend, abwesend, ungewürdigt, unbeachtet. Helden sind nicht strahlend, sondern oft gefallen, traurig, menschlich – also deutlich weniger glamourös als wir gemeinhin annehmen.

Was will ich schreiben? Eine Einladung zur differenzierten Wahrnehmung – von sich selbst, von jenen, die uns begleiten, die wir zu dieser Begleitung oft unbewusst einladen, zu denen wir aufschauen und die uns Ideal sind. Ich blicke gerne hinter die Fassade – und entdecke immer wieder bei RebellInnen und HeldInnen viel Gebrochenes. Gerade das von uns so gerne verdrängte Gebrochene macht die von uns so Bewunderten aus – im Sport, in der Oper, im Drama, in der Politik … bei aller Kritik, sie/er hat ja doch etwas, das uns magisch anzieht … einfach zum Nachdenken.

Bleiben Sie mir gewogen. Ihre Andrea Riemer.

Zu Andrea Riemer: https://www.andrea-riemer.de/

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SOULFOOD – Die Radiosendung – jede Woche Mittwoch von 21.00 bis 22.00 Uhr und Freitag von 06.00 bis 07.00 Uhr als Wiederholung http://www.radioplanet-berlin.de/

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