Filmkritik: Bohemian Rhapsody – der kometenhafte Aufstieg und Fall einer Musiklegende

Freddie Mercury gehört zu den schillerndsten und außergewöhnlichsten Persönlichkeiten, die die Welt jemals gesehen hat. Seine Stimme ist bis heute die beeindruckendste der gesamten Rockgeschichte. Doch sein Leben war ein Trauerspiel voller exzessiver Parties, Einsamkeit und Zerrissenheit.

Bohemian Rhapsody – der Film über Stimmlegende Freddie Mercury steht hart in der Kritik. Freddies Biografin Lesley-Ann Jones ist verärgert. Wichtige Personen fehlen, Freddies exzentrischer Lebensstil wird viel zu harmlos dargestellt. Barabra Valentin war neben Mary Austin eine wichtige Frau in Freddies Leben. Sie kommt im Film nicht vor. Eines sollte man jedoch nicht vergessen: Ein Leben, das von so vielen Geschichten und Erlebnissen geprägt ist, kann man nicht in Filmlänge pressen. Freddies Zeit in München, wo Barbara Valentin an Freddies Seite war, wird im Grunde nur kurz und wenig ausführlich veranschaulicht.

Es war mir eine Freude zu sehen, dass der Film sich nicht hauptsächlich auf Freddies Leben stürzt, sondern auch das Aufleben der Band Queen mitreißend verbildlicht. Sie waren eine Familie, die sich eine Gruppe hervorragender Musiktalente selbst ausgesucht haben. Faszinierend ist dennoch die Persönlichkeit Freddie Mercury außerhalb der Kunstfigur. Der Film konzentriert sich nicht auf ihn als wilden Performer oder all die Eskapaden seines Lebens, nein, er handelt von ihm, als Mensch. Wir lernen Freddie, als den Menschen kennen, der er wirklich war. Wir lernen Faroukh Bolsara kennen, in dem der unbändige und charismatische Freddie Mercury steckt, der unbedingt ausbrechen will. Wir lernen einen Menschen kennen, der in einer Zeit lebte, in der es nicht einfach war, so zu sein, wie er es war. Trotz seines Erfolges zerfraß ihn viel Einsamkeit und wir erkennen in „Bohemian Rhapsody“ auch schnell weshalb. Erfolg und Beliebtheit ist nicht essenziell für das Glück eines Menschen. Diese Gewissheit begleitet Freddie Mercury sein ganzes Leben lang.

Der Aufstieg von Queen löst beim Zusehen Euphorie aus, bei jedem Konzert möchte man aus dem Kinositz springen und mitrocken. Man fühlt die Energie. Das Phänomen Queen. Tränen bleiben dennoch nicht erspart. Freddies Outing vor Mary ist berührend. Die Hilflosigkeit und unbändige Liebe zu ihr, die sein ganzes Leben anhielt ist aufwühlend und herzbewegend. So selbstbewusst und stark wie Freddie Mercury sich den Menschen zeigte, so zerbrechlich war auch sein Inneres.

Rami Malik (Freddie Mercury), Ben Hardy (Roger Taylor), Joseph Mazello (John Deacon) und Gwilym Lee (Brian May) verkörpern die Bandmitglieder mit Bravour. Rami Malik steht für seine Schauspielkunst als Freddie Mercury sogar für eine Oscar-Nominierung unter Verdacht. Besonders beeindruckt war ich von Joseph Mazello und Gwilym Lee, die John Deacon und Brian May spielen. Die Ähnlichkeit der Schauspieler zur Original-Bandbesetzung ist faszinierend.

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„Bohemian Rhapsody“ endet mit dem legendären Live Aid Konzert und treibt den Gänsehaut-Effekt, der sich durch den gesamten Film zieht, nochmal auf eine neue Stufe. Meine Erwartungen wurden vollends erfüllt. Diese Geschichte, dieser Film war längst überfällig. „Bohemian Rhapsody“ ist ein Kunstwerk, ein Feuerwerk, das eine der beeindruckendsten Rockbands der Musikgeschichte endlich wieder zum Leben erweckt.

© Fotomaterial Twentieth Century Fox

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