Drauß‘ vom Walde – Friederike Schmöe // Rezension

Darum geht’s

Die dreißigjährige Vivian entscheidet sich, nach dem Unfalltod ihrer Eltern, das abgelegene Elternhaus im Frankenwald endlich zu verkaufen. Von dem Geld möchte sie, gemeinsam mit ihrem Verlobten Torsten, eine Eigentumswohnung in der Stadt kaufen.

Als Vivian einen Interessenten für das Haus findet, entscheidet sie sich, das letzte mal Weihnachten dort zu verbringen. Zusammen mit Torsten, seinem Bruder Christian sowie dessen Ehefrau und Vivians bester Freundin Hella. Beide Paare haben ihre Ziele für die Feiertage im Wald. Während Torsten sich bemüht Vivian bei Laune zu halten, möchte Kontrollfreak Hella ihre Ehe mit Christian retten, der plant allerdings schon die Trennung.

Die Tage, die eigentlich so gemütlich werden sollten, wenden sich schnell in ein Drama. Das üble Wetter sorgt dafür, dass sie Paare das Haus nicht wirklich verlassen können. Dabei kommen viele Dinge ans Tageslicht, die vielleicht besser verborgen geblieben wären. Die Situation eskaliert und es scheint keine Rettung in Sicht.

Im Nachbarhaus kümmert sich Einzelgängerin Fenja um den Nachlass ihres Vaters. Neben einem Haufen Büchern, hat der verstorbene Bibliothekar auch einen Kater hinterlassen, der ständig rein und raus rennt. Dadurch wird Fenja ungewollt Zeugin dessen, was im Nachbarhaus geschieht. Und plötzlich steckt sie ungewollt mittendrin.

Fazit

Das Verhalten der Protagonisten macht die Katastrophe vorhersehbar. Obwohl wir kaum etwas über die jeweiligen Charaktere erfahren, lernen wir sie, dank ihrer offengelegten Gedanken, ziemlich gut kennen. Zum Ende hin wird es auch offensichtlich, wie es zu dem tragischen Drama kommen konnte. Jeder Charakter hat gewisse Defizite, die essenziell für das Geschehen sind. Während Hella von Zwängen kontrolliert wird, fühlt sich Christian genau davon erdrückt. Vivian kämpft mit der Trauer um ihre Eltern, Torsten versucht sie abzulenken.

Drauß‘ vom Walde ist zwar keine fröhliche Weihnachtsgeschichte, aber trotzdem ein perfekter Schmöker für die anstehenden Weihnachtstage. Die nichtlinear erzählte Geschichte findet auf 216 Seiten statt und zeigt auf erschreckende Weise, wie Menschen mit normalen Problemen vollkommen außer Kontrolle geraten. Drauß‘ vom Walde ist eine mörderisch spannende Geschichte und meine vollste Empfehlung für Krimi-Fans.

 

Drauß‘ vom Walde von Friederike Schmöe erscheint im Gmeiner Verlag.

 

 

Werbeanzeigen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s