Knives Out – Mord ist Familiensache // Rezension

„Familiendrama überspitzt und humorvoll in Szene gesetzt“


Besetzung: Chris Evans, Ana de Armas, Daniel Craig, Jamie Lee Curtis, Toni Collette, Christopher Plummer, Michael Shannon, Riki Lindhome, Frank Oz


Verantwortlich für Drehbuch und Regie ist Rian Johnson, der bereits für „Star Wars – Die letzten Jedi“ sowohl die Feder schwang als auch im Regiestuhl Platz nahm. „Knives Out“ bleibt dem alten Schema des Krimi treu. Jedoch setzt Johnson, den sonst trockenen Krimi, erfrischend in ein neues Licht.


Seit dem 2. Januar 2020 ist die 132 minütige Krimikomödie, mit hochkarätiger Besetzung, auch in den deutschen Kinos zu sehen. Wir haben uns den Film für euch angeschaut.


Eine Rezension von Lilly Buz.


Am Tage nach seinem 85. Geburtstag wird der Autor Harlan Thrombey (Christopher Plummer) tot aufgefunden. Neben der Polizei, nimmt auch Privatdetektiv Benoit Blanc (Daniel Craig) die Ermittlungen auf. Für Blanc ist klar, dass es sich, wider den Ermittlungen der Polizei, nicht um einen Selbstmord handelt. So beginnt er, alle Familienmitglieder und Bedienstete zu vernehmen, welche am Tage von Thrombeys Ableben auf dem Grundstück waren. Von der brasilianischen Pflegerin (Ana de Armas), über die Kinder des Verstorbenen, bis hin zu den verzogenen Enkeln. Jeder hat seine eigene Geschichte zu erzählen, während die bucklige Verwandtschaft bereits mit scharrenden Füssen der Verlesung des Testaments entgegen fiebert. Schnell ist der Tatbestand geklärt, jedoch nicht die Hintergründe, die sich wie ein Spinnennetz ineinander verwickeln. Blanc lässt sich von den offensichtlichen Fakten nicht täuschen und setzt seine Ermittlungen konsequent fort.


Obwohl das Ableben der Hauptfigur schnell geklärt ist, bleibt der Film auch in der weiteren Handlung sehenswert. Immer wieder windet sich die Geschichte in eine andere Richtung, was die Spannung aufrecht hält. Die hochkarätige Besetzung, die sich sowohl durch Hauptrollen als auch Gastauftritte zieht, ist sehenswert. So finden wir, in der Rolle des Testamentsverwalters den amerikanischen Regisseur und Puppenspieler Frank Oz wieder, der gerade unter Star Wars Fans als Meister Yoda oder allgemein als Miss Piggy bekannt ist. Auch Chris Evans zeigt sich hier in einer, für ihn untypischen, Rolle. Sonst zumeist als Schwiegermutter`s Liebling bekannt, verkörpert Evans in „Knives Out“ den verzogenen, großkotzigen Enkel, der außer Erbe zu sein, nichts in seinem Leben erreicht hat. Der Film ist fast nahtlos gespickt mit flachen Witzen und trockenem Humor. Jedoch nicht überdrüssig oder aufdringlich. Die Schauspieler sind sich hier in keiner Szene zu schade, sich selber zum Affen zu machen. Die Kulissen sind modern wie auch malerisch gewählt und wirken stimmig mit der Story. Die Kostüme sind, den Vorstellungen an eine reiche
Erbgemeinschaft entsprechend, teils exzentrisch und gleichzeitig elegant gehalten. Lediglich der Strickpullover, des bisher privilegierten Enkel Ransom Drysdale (Chris Evans), welcher am Kragen zerfressen und an der Brust löchrig ist, erschließt sich hier nicht ganz.

Alles in allem ist der Film eine erfrischende Abwechslung und wirklich sehenswert.

Bilder: Lionsgate / www.lionsgate.com